Vereine

Etwas ĂŒber den Verein fĂŒr Heimat und Geschichte von Riestedt e.V.

Work

    Am 30.10.1998 wurde der  Verein unter obigen Namen gegrĂŒndet. Seine Mitglieder sind ĂŒberwiegend  gebĂŒrtige Riestedter oder solche, die schon viele Jahre in Riestedt wohnen, aber auch einfach BĂŒrger, die  sich  fĂŒr  heimatgeschichtliche VorgĂ€nge und Ereignisse interessieren.  Der Verein ist unabhĂ€ngig, keiner Partei zugehörig, selbstlos tĂ€tig und verfolgt keine gewerblichen, politischen oder konfessionellen Ziele. Seine TĂ€tigkeit erstreckt sich im Wesentlichen  auf Gebiete, wie der Pflege und Erhaltung heimatgeschichtlicher  Zeugnisse, der Boden- und Denkmalpflege, der Bewahrung heimatlicher Sitten und GebrĂ€uche und der Darlegung historischer und bergbaulichen AktivitĂ€ten in hiesiger Region. AnlĂ€sslich der GrĂŒndung des Vereins  wurde auch ein Vorstand gewĂ€hlt, der sich der Zeit aus folgenden  Riestedter BĂŒrgern zusammengesetzt:

        1. dem Vorsitzenden: Herrn Dr. Klaus Vinzens                                                                                                       2. dem stellv. Vorsitzenden: Herrn Herbert Rudolph                                                                                            3. dem SchriftfĂŒhrer: Frau Roswitha Rothe                                                                                                        4. dem Kassierer: Frau Monika Rudolph

    Die Mitgliederzahl ist zwischenzeitlich auf 17 Personen angestiegen, wobei alle Bevölkerungsschichten vertreten sind, vom Doktor, ĂŒber den SelbstĂ€ndigen, den Angestellten, die Hausfrau und den Rentner. Beliebt bei vielen Riestedter BĂŒrgern und auch bei den auswĂ€rtigen GĂ€sten sind die gefĂŒhrten heimatgeschichtlichen Wanderungen  um den Riestedter Ort und zu historische StĂ€tten aber auch die VortrĂ€ge ĂŒber  neue, archĂ€ologische Funde in der Riestedter Flur. Bei besonderen Ereignissen, wie z. B. “800 Jahre Mansfelder Kupferbergbau“, “Das Ottonenjahr 2001“, “100 Jahre  Riestedter Feuerwehr“, “300 Jahre Preußen“, “Die Halle - Kasseler Eisenbahnstrecke aus dem Gesichtswinkel von Riestedt”, “Die Geschichte der Riestedter MĂŒhlen“ werden Ausstellungen mit lokalen Charakter im Vereinszimmer  arrangiert oder es erscheinen in loser Reihenfolge unter dem Titel: “Wir berichten aus der Riestedter Heimatgeschichte“ kleine, selbst geschriebene und selbst gebundene Heftchen, die ĂŒber aktuelle Geschehnisse in und um den Ort Riestedt  informieren z.B. ĂŒber die berĂŒhmte Familie Fasch. Diese Heftchen sind fĂŒr einen minimalen Betrag beim Verein  zu beziehen. Der Erlös daraus wird  fĂŒr die Anschaffung von Schreibmaterialien usw. benutzt. Desweiteren veröffentlichte der Verein im monatlich erscheinenden lokalen Anzeiger “Kaltenborner Nachrichten“ (Informationsblatt der Kaltenborner Verwaltungsgemeinschaft) kleine Artikel, ebenfalls mit lokalem Bezug. Leider wurden diese Veröffentlichungen aus finanziellen GrĂŒnden und StrukturĂ€nderungen eingestellt.

                                                           Bereits erschienen sind:

Heft 1 mit folgendem Inhalt:

”Der Kohlenbergbau bei Riestedt” von Friedrich Schmidt
“Ein geschichtlicher Ortsrundgang durch Riestedt im Jahre 1745” von Winfried MĂŒller
“Thomas MĂŒnzer, der Bauernkrieg und seine  Folgen im SĂŒdharz mit Riestedt und Umgebung” von Dr. Heinz Kain

Heft 2 mit folgendem Inhalt:

“Die Entwicklung des Gesundheits- und Sozialwesen in der Gemeinde Riestedt”
Zusammengestellt und geschrieben unter Leitung von Dr. Kain und den
Mitgliedern Regina Franke, Roswitha Rothe, Heinz Ulischberger und Winfried MĂŒller

Heft 3 mit folgendem Inhalt:

“Die Entwicklung der Schule in Riestedt” Erster Teil 1580 - 1945 von Heinz Ulischberger

Heft 4 mit folgendem Inhalt:

“Die Chronik der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Riestedt” Zusammengestellt und geschrieben von Roswitha Rothe

Heft 5 mit folgendem Inhalt:

“Die Entwicklung der Schule in Riestedt“ Zweiter Teil 1945 - 2000 von Heinz Ulischberger

Heft 6 mit folgendem Inhalt:

“Wir berichten ĂŒber die  Riestedter Kirche” (aus Anlaß der Öffnung des Kirchturmknopfes) eine  Gemeinschaftsarbeit zwischen der Riestedter Pfarrerin i.R. Anna Maria  Hoyer (2011 verstorben) und den Mitgliedern des  Heimatvereins Roswitha Rothe, Gerhard Vogler, Heinz Ulischberger und Winfried MĂŒller

Heft 7 mit folgendem Inhalt:

“50 Jahre Schule Riestedt von 1952 - 2002” von Heinz Ulischberger

Heft 8 mit folgendem Inhalt:

“Über historische GrenzgĂ€nge und Orts- und Wegebezeichnungen der Riestedter Flur“  von Winfried MĂŒller

Heft 9 mit folgendem Inhalt:

“Die Halle-Casseler Eisenbahn” von Horst Karnstedt und “Aus der Geschichte der Riestedter MĂŒhlen” von Monika und Herbert Rudolph.

Heft 10 mit folgendem Inhalt:

“Über die urkundliche OrtserwĂ€hnung von Riestedt” von Winfried MĂŒller.

Heft 11 mit folgendem Inhalt:

“Urkunden aus der Vorzeit von C. Rollfinke und C. H. Selmar” herausgegeben von Reinhold Wagner, Dr. Klaus Vinzens und Winfried MĂŒller.

Heft 12 mit folgendem Inhalt:

“Die Riestedter Urkundensituation” (Chronologie ĂŒber die urkundliche ErsterwĂ€hnung des Ortes Riestedt) von Winfried MĂŒller.

Heft 13 mit folgendem Inhalt:

“Aus der Geschichte des Straßenverkehrs in der Region um Riestedt” von Dr. Klaus Vinzens.

Heft 14, 15, 16 mit folgendem Inhalt:

“Das Riestedter HĂ€user - Bilderbuch” herausgegeben von Reinhold Wagner und Winfried MĂŒller.

 

Interessenten an den Heftchen  können sich diesbezĂŒglich an Herrn Ulischberg Tel. Nr.: 03464/574502  oder Herrn Gerhard Vogler Tel. Nr.: 03464/577516 wenden.

Die Riestedter Chöre

“Riestedt war und ist ein Ort, in dem die Musik einen hohen Stellenwert hat!”

 Die Liebe zum  gemeinschaftlichen Gesang hat in Riestedt eine sehr lange Tradition.  Nachweislich gab es bereits vor ĂŒber 150 Jahren (Anno 1844) eine  SĂ€ngervereinigung in Riestedt, den so genannten  Adjuvantenchor (lat. adiuvare-helfen) ein gemischter Knaben- und MĂ€nnerchor. In dieser Zeit wurde durch den Kantor Heinrich August StĂŒtzer ein Chor ins Leben gerufen, der ab dem Jahre 1847 unter Leitung des  damaligen Kantors Rolle und des Gastwirts Prall, weitergefĂŒhrt wurde. Aufgrund der  dargebrachten WĂŒnsche von SangesbrĂŒdern anderer Chöre auf immer  wĂ€hrende Eintracht, den Namen „Concordia“ erhielt. Im gleichen Jahr wurde eine Chorfahne gestiftet und eingeweiht. In der Folgezeit erlebte der Chor viele Höhen und Tiefen, die  Dirigenten wechselten hĂ€ufig. Unruhen im Revolutionsjahr 1848 brachten  die Chorarbeit fast zum erliegen. Eine BlĂŒtezeit erlebte der Chor unter  Leitung des Kantors Werner. In dieser Zeit wurden auch die ersten  SĂ€ngerfeste gefeiert. Wie aus Fotos und Aussagen Ă€lterer BĂŒrger  hervorgeht, gab es in Riestedt noch einen zweiten Chor, den  Bergmannschor „GlĂŒck Auf“, der sich eventuell spĂ€ter zum MĂ€nnerchor â€žHarmonie“ umbenannte und etwa bis 1933 bestanden hat. FĂŒr den  MĂ€nnerchor „Concordia“ war das Jahr 1914 folgenschwer. Die meisten  SĂ€nger wurden eingezogen. Danach kam die Inflationszeit mit ihren  Problemen. Die negativen Auswirkungen dieser Zeiten wurden in einem  Protokollbuch des Chores festgehalten, dass seit dem Jahre 1896 lĂŒckenlos gefĂŒhrt wurde. Ab dem 14. Juni wurde wieder regelmĂ€ĂŸig unter  Leitung des Lehrers Födisch gesungen. Der Chor gewann stĂ€ndig an QualitĂ€t. Ab 1933 setzt eine rĂŒcklĂ€ufige Tendenz ein. Seit 1936 wurde  das Protokollbuch nur noch unregelmĂ€ĂŸig gefĂŒhrt, es kam der verheerende  2. Weltkrieg, der Chorgesang verstummte. Im Januar 1947 trafen sich  erstmals wieder Riestedter BĂŒrger und zwar diesmal Frauen und MĂ€nner unter Leitung des Lehrers Rudolf Allmann zum Chorgesang. Der Name „Concordia“ durfte nicht mehr fĂŒr den Chor benutzt werden, er nannte sich nun „Volkschor Riestedt“. 1952 kam es zur  Trennung des Chores, so dass ab dieser Zeit ein Frauenchor und ein  MĂ€nnerchor in Riestedt bestehen. Die Leitung erfolgte durch den Lehrer Deinert und Herrn Max Gemeinert (sen.). Am 20.07.1953 wurde die alte SĂ€ngerfahne, die wĂ€hrend des 2. Weltkrieges verschwunden war  wiedergefunden. Wechselnde Zeiten fĂŒr die Chöre folgten, die teilweise  bei dem MĂ€nnerchor bis zum Aussetzen des Chorgesanges fĂŒhrten. Ab 1967  wurde wieder gesungen, anfangs nur mit 6 SĂ€ngern. Der Chor erhielt verschiedene TrĂ€gerbetriebe (LPG; VdgB; Raiffeisengesellschaft) und auch die SĂ€ngerfahne konnte zur Restaurierung in das Museum fĂŒr  Deutsche Geschichte in Berlin gegeben werden. Die finanziellen Mittel dafĂŒr wurden von den Chormitgliedern, dem TrĂ€gerbetrieb LPG und dem Rat  der Gemeinde erbracht. Im Herbst 1972 bis 1993 ĂŒbernahm der Musiklehrer Heinz Albert die Leitung des Chores, danach fungierte Werner Böhme als Chorleiter. Die QualitĂ€t des Chorgesanges stieg, bei  Kreisleistungsvergleichen erhielt der Chor mehrmals die Einstufung â€žMittelstufe Gut“. Herausragende Ereignisse waren, die Mitwirkung an der 1200 Jahresfeier der Gemeinde im Jahre 1972, das SĂ€ngerfest zum 125-,  140- und spĂ€ter zum 150jĂ€hrigen Bestehen des Chores, die SĂ€ngertreffen  mit befreundeten Chören, nach der Wende auch mit Chören aus den AltbundeslĂ€ndern.

In WĂŒrdigung seiner traditionsreichen und nachvollziehbaren Geschichte wurde der Chor im FrĂŒhjahr 1997 vom BundesprĂ€sidenten mit der Zelterplakette ausgezeichnet.

Als kulturelle Bereicherung hat sich die  Zusammenarbeit mit dem Frauenchor erwiesen. Der gemischtchörige Gesang;  neuerdings auch mit instrumenteller Begleitung und solistischen Darbietungen, haben ebenfalls zu niveauvolleren Darbietungen beigetragen und, so hoffen wenigstens beide Chöre, kann das Problem des Nachwuchses dadurch positiv beeinflusst werden. Es wĂ€re fĂŒr dieGemeinde Riestedt  nicht nur ein kultureller, sondern auch ein geschichtlicher Verlust,  wenn diese Tradition wegen Nachwuchsmangel verschwinden wĂŒrde, denn  Riestedt hat, wie aus alten Aufzeichnungen hervorgeht ein musikalisches  Erbe zu bewahren, das bis ins Mittelalter zurĂŒckgeht. 

Derzeitige geschĂ€ftsfĂŒhrende VorstĂ€nde der beiden Riestedter  Chöre:

        • Frauenchor Riestedt                                               MĂ€nnerchor Riestedt 
        • Chorleiterin: Ute Schramm                            Chorleiter: Denis Vogler
        • 1.Vorsitzende: Karin GĂŒnther                                   1.Vorsitzender: Dieter Kurtze
        • 2.Vorsitzende: Gerda Heinzel                                   2.Vorsitzender: Rolf Halle
        • SchriftfĂŒhrer:  Monika Schramm                               SchriftfĂŒhrer: Herbert Rudolph
        • Schatzmeister: Margit Wengemuth                            Schatzmeister: Wilfried Sund 
        •    
        •                               Chorvorsitzende:          
        •                               Bis 1904          Herr Prall, Herr Kautz
            •           Bis 1922          Herr Karl Selmar
            •           Bis 1928          Herr Gottl. Breitenbauch
            •           Bis 1930          Herr Karl Schmalz
            •           Bis 1931          Herr Lehrer Schmidt
            •           Bis 1934          Herr Karl Malz
            •           Bis 1947          Herr Hermann Schmelzer
            •           Bis 1952          Herr Willi Schachtel
            •           Bis 1997          Herr Reinhold Wagner
            •           Bis 2007         Herr Herbert Rudolph
            •           Bis dato           Herr Dieter Kurtze

 

Der Riestedter Frauenchor singt fĂŒr Sie, wenn Sie auf ein Bild klicken!

Der Riestedter MĂ€nnerchor vor dem Schloss in Beyernaumburg. Anno 2002

Der leider etwas geschrumpfte Riestedter MĂ€nnerchor vor der neugegrĂŒndeten Riestedter Schule.  Anno 2011

Sie können den MÀnnerchor singen hören, wenn Sie auf ein Bild klicken!

Die Riestedter freiwillige Feuerwehr

Der Wehrleiter Helmut Modl berichtet:

Aus alten ĂŒberlieferten  Aufzeichnungen wissen wir, dass es von je her zum Schutz gegen BrĂ€nde auch mehr oder weniger organisierten Brandschutz gab. So ist bekannt, dass die Gemeinde Riestedt bereits im  Jahre 1726 (am 06. August) vom Freigießer Wolfgang Bart zu  Langensalza fĂŒr 140 Floren eine Feuerspritze erwarb und ein Jahr darauf 1727, baute man fĂŒr 47 Floren ein so genanntes Spritzenhaus. Laut Protokollbuch des Feuerwehrverbandes des Kreises Sangerhausen wurde die Riestedter Pflichtfeuerwehr am 30.08.1884 gegrĂŒndet. Somit konnte die Wehr im Jahre 1934 ihr  50jĂ€hriges, 1984 ihr 100- jĂ€hriges und im Jahre 1994 ihr 110jĂ€hriges JubilĂ€um feiern. Gemeinsam mit dem Beamten der Merseburger Feuer-SocietĂ€t, Herrn Brandmeister a. D. Hauptmann Schmidt, ĂŒbernimmt der am 05. August 1884 neu ernannte  Kreis-Brand-Direktor, der Amtsvorsteher und Landwehrhauptmann a. D. Emil Herschenz, aus Riestedt die Ausbildung der Pflichtfeuerwehr. Am 1. Mai 1999 konnte das  umgebaute und nunmehr den Vorschriften entsprechende FeuerwehrgerĂ€tehaus ĂŒbergeben werden. Zahlreiche Urkunden und Pokale legen Zeugnis ĂŒber die Erfolge der MĂ€nner- und Jugendgruppen bei WettkĂ€mpfen und Veranstaltungen ab. Seit dem 31.01.1998,  dem "Tag der offenen TĂŒr", verfĂŒgt die Wehr zur GewĂ€hrleistung  der Brandsicherheit ĂŒber ein Daimler-Benz Löschfahrzeug, das von der  Gemeinde Riestedt ĂŒbergeben wurde. Besonders stolz sind die Kameraden der Wehr auf  die sehr gut erhaltene Handdruckspritze, deren 100. Geburtstag  im Jahre 2001 zum "Tag der offenen TĂŒr" feierlich unter Anwesenheit  befreundeter Wehren begangen wurde; dabei wurden auch 17 historische  Spritzen gezeigt. Die Kameraden sind bemĂŒht, sich stĂ€ndig in Schulungen und LehrgĂ€ngen zu qualifizieren um den steigenden Anforderungen des Brand- und  Katastrophenschutzes gerecht zu werden.

Der Riestedter Burschenverein

Die Pfingstfeiertage gehören seit langer Zeit in Riestedt den jungen  Burschen des  Ortes. Einer alten Tradition gemĂ€ĂŸ, beginnt die vom Burschenverein veranstaltete Dorffeier unter Musikbegleitung mit dem “Austragen der Maien”, es wird zum abendlichen “Burschentanz” auf dem Festplatz eingeladen und am darauf folgenden Vormittag macht die “Eiersuse” ihren Rundgang. Der  Nachmittag wird durch vielerlei Veranstaltungen ausgefĂŒllt und am Abend treten die “Pfingstburschen” erneut zum Tanz an. Dabei fließt an diesen Tagen viel Bier und mancher Pfingstbursche hat in dieser Zeit weiche Knie bekommen.

Ein Pfingstbursche gibt einen Einblick in das Geschehen:

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Chronik der Riestedter Sportvereine

Verfasser Paul Rudolph, im MĂ€rz 2011

Der Sport und seine Vereine - gestern und heute ! TV (Turnverein) 1891 Riestedt e.V.

Nach mehreren Versuchen (1888) kam es dann 1891 zur GrĂŒndung obigen Vereins. Der Turnverein gehörte dem DT  (Deutsche Turnerschaft) an und wurde bis 1945 nachgewiesen. Hier wurde er auf Grund der Direktive 21 der SMA (Sowjetischen-MilitĂ€r-Administration) aufgelöst und verboten. Die  Mitgliederzahl betrug bei GrĂŒndung 68 aktive  Sportler, die namentlich bekannt sind (17 Gewerbe-treibende und  Intelligenzler, 8 Bauern, 13 BergmĂ€nner und 30 Arbeiter), alle im mĂ€nnlichen Erwachsenenalter. MĂ€nnliche Jugendliche sind ab 1919 nachgewiesen und ab 1920 weibliche Turnerinnen. Um diese Jahre ist der höchste  Mitgliederbestand (ĂŒber 140) zu verzeichnen. Im Verein wurde in erster  Linie GerĂ€teturnen und Gymnastik in Verbindung mit Leichtathletik betrieben. Dazu kamen Spiele wie Faustball. Erst nach 1933 wurde auch Hand- und Fußballsport  betrieben. Herausragende GerĂ€teturner waren die BrĂŒder Karl und Hermann Pickardt sowie Willy Rothe, als Leichtathleten Walter Kautz und Walter Dockhorn, im Fußballsport Waldemar Schulze und Max Pfeiffer. Als  Vereinsvorsitzende fungierten: Karl Roland, Heinrich Vogler, Ernst  Vogler und Willi Rothe. Weiter erwĂ€hnenswert: Der Turnverein besaß einen Spielmannszug, spielte Theater und betrieb Freizeitkegeln.

Fahrradverein 1901 Riestedt

Direkte Unterlagen sind vom Verein nicht erhalten. Nach Zeitungsberichten kann  der Verein bis 1926-1930 noch bestanden haben. Er betrieb anfangs Saalradsport, viele  Sportfeste (7), Kunstfahren und in den zwanziger Jahren auch erfolgreich Radrennen, Die GebrĂŒder Jungmann und Schachtel starteten erfolgreich in regionalen Rennen und offenen Republikrennen der Amateure (z.B. Harzrundfahrt).

Arbeitersportgemeinschaft "Fichte" Riestedt

UrsprĂŒnglich lagen hier widersprĂŒchliche Angaben vor, nun kann mit Bestimmtheit angenommen werden, dass der  Verein im Jahre 1910 gegrĂŒndet wurde. Im Verein wurde ebenfalls  GerĂ€teturnen und Gymnastik in erster Linie betrieben und viel Wert auf  allgemeinen Sport gelegt (z.B. Wandern). Auch im Arbeitersportverein wurde Theater  gespielt und in den zwanziger Jahren besaß er eine  Schalmaienkapelle. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde eine Fußballabteilung aufgebaut, die meist im Mansfelder Gebirgskreis startete. Hervorragende Turner waren hier Hermann Pickart, KĂŒhnemund und Hoffmann. Bei den Fußballern: Walter  Pöhlert, Waldemar Schulze, Richard KĂŒhne. Als VereinsfĂŒhrer ist Hermann  Zunkel ermittelt worden. Der Verein wurde 1933 durch die Nazis verboten. Besonders  erwĂ€hnenswert: Die Fußballspiele wurden anfangs auf dem Anger durchgefĂŒhrt, der keinen Bestimmungen entsprach.  In Eigeninitiative und bloßer Handarbeit wurde "Vor der Steier" ein Sportplatz in die Berglandschaft hineingetrieben (1927-1930). Der Sportplatz wurde bis 1956 genutzt.

Sportgemeinschaft "Fichte" Riestedt.

Auf Beschluss der Besatzungsbehörde konnte ab 1946 - allerdings nur auf kommunaler  Ebene - wieder Sport  betrieben werden. Dies geschah in Riestedt unter Leitung von Hermann Zunkel. Im Wesentlichen wurde dabei Tischtennis und Turnen betrieben. Auch der Kegelsport wurde nun organisiert betrieben. Der Fußball begann etwas spĂ€ter (Spielermangel) seine Übungsstunden und fĂŒr einige Zeit  war auch Boxen im Angebot. Der Verein bestand bis 1953 und der  Vorsitzende war Otto Friedrich.

Betriebssportgemeinschaft (BSG) "Traktor" Riestedt

1953 kam es zur GrĂŒndung der BSG mit 71 GrĂŒndungsmitgliedern, in den Jahren 1970  bis 1990 stieg diese Zahl auf 400 bis 450 Mitglieder. Das Angebot an Sportarten war dauerhaft: Fußball, Turnen, Gymnastik, Tischtennis und Leichtathletik und  vorĂŒbergehend: Boxen, Reiten, Judo, Schach und Kegeln sowie Handball (weiblich). Am erfolgreichsten war die Sektion Fußball (2x Kreismeister,  Pokalsieger bei den Herren, Kreismeister und Spartakiadesieger der  Jugend). Aber auch im Turnen und der Leichtathletik wurden in den Anfangsjahren wertvolle  Titel erkĂ€mpft (Kreismeister W. u. R. Görz, P. Lyszczan in der  Leichtathletik, dieselben und Ulla Franke, Lothar Conrad, Dietrich Wolff u. a. im Turnen). Ab 1979 wurde organisiert Handball gespielt. Die  Sportler waren aktiv  beteiligt an der Errichtung der Schulturnhalle, des neuen SportgelĂ€ndes "Tiefe Wiese" (Fußballplatz, Kleinfeldplatz) und des Sportlerheimes. Vereinsvorsitzende waren: Fritz Wolff, Harry FĂŒchsel, Kurt Krieger, Heinz KrĂŒger, Walter Pöhlert und Bernd Ehliger, sowie Dieter Kautz. Überregionale Bedeutung erlangten folgende  Sportler der BSG: Peter  Lyszczan, Horst Karnstedt, Bernd Lindrath (Fußball), Karl Hellwich (Kegeln) und Hartmut Hildebrandt (Radsport). Die BSG "Traktor"  bestand bis 1990.

SV Alemania Riestedt e.V.

Der Verein wurde im Jahre 1990 bei der demokratischen Neugestaltung des Sports gegrĂŒndet und ging aus der BSG  Traktor hervor. Sport wurde in den Abteilungen Fußball,  Tischtennis, Gymnastik und Basket-Volleyball angeboten, (inzwischen aufgelöst). SpĂ€ter kam dann Darts (inzwischen eigener Verein) und Tennis hinzu. Im Fußball gibt es zurzeit nur noch eine Herrenmannschaft (Kreisoberliga) und eine alte Herrenmannnschaft. Kinder- und Jugendmannschaften werden in Kooperation  mit anderen Vereinen betrieben. Große Erfolge wurden dafĂŒr im  Tischtennis errungen. Hier  sind zurzeit 6 Herrenmannschaften (2 Mannschaften Bezirksklasse und 1 Kreisoberliga), 2 Damenmannschaften (1 Mannschaft Oberliga Ost  und Bezirksklasse) sowie eine SchĂŒlermannschaft. Hervorzuheben sind die ausgezeichneten  WettkampfstĂ€tten: 1998 wurde innerhalb des Vereins ein  "Förderkreis SV Alemania" begrĂŒndet, der sich u. a. mit der Verbesserung obigen Problems befasste. Insbesondere die Sportfreunde Horst Karnstedt, Rolf Taubert und  BĂŒrgermeister Franke haben hier den Riesenanteil an der Umgestaltung des Rasensportplatzes und vor allem an der Schaffung einer Zweifelder-Sporthalle, eines Kunstrasenplatzes, eines  Basket-Volleyballplatzes, eines  Kleinfeldplatzes, eines Tennisplatzes und einer Skaterbahn -  alle zusammengefasst in der Sportanlage „Tiefe Wiese“. Vereinsvorsitzende waren: Dieter Kautz, Thoralf Horn, Helmut Tobiasch  und zurzeit: Bernd Ehlinger.

Darts Hobby-Sportgruppe "Cobra" Riestedt

Es handelt sich um  keinen eingetragenen Verein. Darts wurde von Frank Kortung als Sportart bei seiner Arbeit in der Nachwendezeit im Hessischen entdeckt. 1996 sorgte er dafĂŒr, dass Darts in seiner Heimat und darĂŒber hinaus bekannt wurde. Er war selbst viele Jahre Vorsitzender der gebildeten Kreisunion. In Riestedt bildete  man zuerst eine Abteilung im SV "SV Alemania", um dann als Hobby-Sportgruppe (außerhalb  des Vereins) die Sportarbeit weiter zu betreiben.

Die Gymnastikgruppe

50 Jahre Frauengymnastik mit Thea Kortung !

  • 1960 im FrĂŒhling warÂŽs als alles begann, da dachten in Riestedt die ersten Frauen daran, sich zu treffen und ihren Leib zu trimmen. Der Sommer stand vor der TĂŒr, die Figur musste stimmen.
  • Frau Schmölling rief und viele kamen und unter diesen ersten Damen war unsere Thea, die vor kurzem erst entbunden hatte, Sie war bereit und stand auf der Matte.
  • Es gab noch keine Turnhalle, man traf sich bei Görings auf dem Saal, doch fĂŒr den Anfang reichte es allemal. 
  • Zwar kannte man noch kein Aerobic und so, man shapte auch noch nicht Bauch, Beine und Po, es wurde sich auch noch nicht nach Pilatus verbogen und das Schambein zum Bauchnabel gezogen.  
  • Stretching war noch als DehnĂŒbung bekannt und das ganze wurde schlicht und ergreifend Gymnastik genannt.  
  • Die Frauen hatten Spaß und hielten sich fit und auch nach dem 2. Kind machte Thea noch mit. 
  • Und dann, ein paar Jahre weiter, machte sie zusammen mit Schwester Helga Ihren Übungsleiter.
  • Von da an hielt Sie die Gruppe zusammen, auch in Zeiten, als mal nicht so viele kamen. Thea gab nicht auf und blieb bei der Stange und es dauerte auch nicht lange, da stiege dann so „ peu aÂŽ peu“ die Mitgliederzahlen in die Höh.
  • Nun sind wir inzwischen 21 Frauen, also eine komplette Gruppe, unser Alter zwischen 50 und 80 Jahr ist uns dabei vollkommen schnuppe.
  • Wir ĂŒben RĂŒckenschulung machen Wassergymnastik, wandern und fahren Rad im Revier, die Krankenkasse freut sich darĂŒber und wir machen unsere KĂŒr. 
  • Wir sind die Hausfrauensportgruppe Nummer 1 aus Riestedt, fit wie ein Turnschuh - wirklich war - wenn ihr es nicht glaubt, ihr könnt es euch ja ansehen, wenn wir uns gymnastisch  im Kreise drehen.
  • Und mit der Zeit dann wurde auch das gemeinsame Feiern ein schöner Brauch. Mit Jugendweihen fing es an, dann kamen Silberhochzeiten dran, sogar zur Goldenen konnten wir schon gratulieren und dabei mit einem Kulturprogramm brillieren. Da gibt es Gedichte, Lieder und Tanz, ich sage nur, werÂŽs kann, der kannÂŽs.
  • Denn als Hausfrauenballet im Riestedter Karneval rockten wir 20 Jahre im Saal. 
  • Und natĂŒrlich sind auch die jĂ€hrlich wiederkehrenden Geburtstage ein guter Grund, sich zu treffen in geselliger Rund. Da wird geredet und gelacht und mancher frecher Witz gemacht.
  • Da teilt man Freude und auch Leid, man nimmt sich fĂŒr einander Zeit.
  • 50 Jahre also ist Thea dabei, ich noch nicht, vor fĂŒnfzig Jahren war ich drei!
  • Und noch immer ist sie richtig fit und hĂ€lt noch mit uns jĂŒngren mit.
  • Das es viele Jahre noch so sei, das wĂŒnschen wir ihr und uns
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                           Sport frei !         

                von der Uebungsleiterin Eva Maria Karnstedt