Neuigkeiten

ArchÀologische Funde bei örtlichen Erschliessungsarbeiten

Bereits im Jahre 1996 wurde in Riestedt bei  Erschließungsarbeiten ein 7000 Jahre altes Höckergrab aus der Zeit der  Bandkeramik entdeckt. Einen weiteren interessanten Grabfund gab es beim  Bau der Ortsumgehung Riestedt. Dem  ehrenamtlichen Beauftragten des Landesamtes fĂŒr ArchĂ€ologie und  Mitglied des Riestedter Geschichts- und Heimatvereins Frank Philippczyk  fielen die dunklen VerfĂ€rbungen an der freigelegten Trasse auf. Nach  Information an das Landesamt  wurde unter Leitung des zustĂ€ndigen ArchĂ€ologen und unter  Mithilfe von Mitgliedern des Heimat- und Geschtsvereins ein nicht alltĂ€gliches Kindergrab aus der Jungsteinzeit (Kugelamphoren-Kultur)  freigelegt. NichtalltĂ€glich deshalb,  weil bei der Untersuchung des KinderschĂ€dels ein so genannter  Wasserkopf festgestellt wurde. Auch die Grabbeigaben “Hirschgrandeln” deuten auf eine außergewöhnliche Bestattung hin. Das Landesamt fĂŒr ArchĂ€ologie Halle hatte  deshalb im Internet unter der Rubrik “Fund des Monat MĂ€rz 2002” diesen Vorgang veröffentlicht. Jetzt, im Jahre 2003, ist es zu neuerlichen, interessanten archĂ€ologischen Funden gekommen. Bereits aufmerksam gemacht auf Funde im Umkreis der Riestedter St. Wigberti  Kirche durch den verstorbenen Riestedter Bodendenkmalpfleger, Rudolf  Allmann, begleiteten der ArchĂ€ologe Olaf KĂŒrbis vom Landesamt fĂŒr ArchĂ€ologie, der Grabungszeichner Heinz Noack aus Bennungen und der  Riestedter Bodendenkmalpfleger Frank Philippczyk die Erschließungsarbeiten fĂŒr die innerörtliche Kanalisation. Dabei wurden bislang Teile eines Eisenschmelzofen, Schlacke, Scherben eines römischen  ImportgefĂ€ĂŸes aus der Terra-Sigillata-Produktion, ein außergewöhnlich großer Zahn (eventuell Eckzahn eines BĂ€ren) und das nebenstehende KnochentĂ€felchen gefunden.  Die VerhĂŒttungsreste, etwa 1800 Jahre alt, weisen auf das Schmelzen von Brauneisenstein aus der Umgebung von Riestedt hin. Bei der gefundenen Scherbe, ein Bodenteil  einer grĂ¶ĂŸeren Schale, handelt es sich um eine rote Keramik, die in  Italien anzutreffen ist. Die Entstehungszeit der  Schale liegt etwa vor 1800 Jahren, in der römischen Kaiserzeit. Rund dreimal drei Zentimeter groß sind die beiden verzierten  KnochentĂ€felchen, die in rund 70 cm Tiefe gefunden wurden. Gefertigt wurden sie aus den Mittelfußknochen  eines Rindes, auch sie sind rund 1800 Jahren. Die KnochentĂ€felchen  wurden fĂŒr die Brettchenweberei benutzt.  Die Feinheit der Arbeiten weist darauf hin, dass damit vermutlich Leinen und BordĂŒren als Besatz fĂŒr Kleider gewebt wurden. All diese FundstĂŒcke lassen den Schluss zu, dass die nĂ€here Umgebung von  Riestedt schon recht frĂŒh besiedelt wurde und in spĂ€teren geschichtlichen Zeiten der Ort selbst, auch bedingt durch seine verkehrsgĂŒnstige Lage, ein frequentierter Handels- und Herstellungsort war. Da die Erschließungsarbeiten noch  nicht abgeschlossen sind, besteht die Hoffnung auf weitere Funde.

                                                                             Riestedt, im August 2003

Die obigen Informationen wurden der örtlichen Presse entnommen

Landesamt fĂŒr ArchĂ€ologie Halle - Fund des Monats

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Das andere Riestedt in Niedersachsen.

Als Riestedter aus Sachsen - Anhalt sehen wir es gewissermaßen als ein Muss an, auch auf unseren Riestedter Ortsnamensvetter in Niedersachsen aufmerksam zu  machen. Das Riestedt in Niedersachsen ist im Internet unter www.riestedt.net zu erreichen. Wir wĂŒnschen jedenfalls unserem Namensvetter bei der  Gestaltung Ihrer Internetseiten viel Spaß und Erfolg und vielleicht finden wir auch wieder einen gemeinsamen Kontakt.

.........so erreichen Sie die Homepage von Riestedt in Niedersachsen

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Der Pfarrer Johann SchĂŒtz (Sagittarius)

Riestedt hat einige hervorragende Pastoren  gehabt, zu ihnen zĂ€hlte zweifellos auch der Pfarrer Johann SchĂŒtz, geboren 1518 und in Riestedt seit 1558. Der Name SchĂŒtz, oder wie er sich in der lateinischen Form selber genannt  hat -Sagittarius - lockt geradezu nach einer Verbindung zu seinem berĂŒhmten Namensvetter und Komponisten Heinrich SchĂŒtz (Sagittarius) zu suchen. Es gibt kleine Hinweise, dass solche familiĂ€ren Bindungen bestanden haben  könnten. Wenn wir ĂŒber den  Johann SchĂŒtz etwas zu hören bekommen, dann spitzen wir natĂŒrlich die Ohren. So haben wir vor kurzem die nebenstehende  Ablichtung  erhalten, sie stammt aus einem OriginalbĂŒchlein aus der Zeit um 1560-1570. Das BĂŒchlein wurde in  Eisleben verlegt und befindet sich im Besitz von Herrn Harnisch aus Gernrode, der  uns diese Veröffentlichung gestattete. Der Pfarrer Johann SchĂŒtz hat insgesamt 5 religiöse Schriften verlegen lassen.

Zur VergrĂ¶ĂŸerung bitte auf das Bild  klicken!

Riestedt hat eine Zweifeldersporthalle

Am 15.11.2001 wurde mit dem Bau begonnen und ein Jahr spĂ€ter am 13.12.2002 wurde die große Zweifelder -Sporthalle feierlich eröffnet. Rund 2,8 Mill. Euro wurden investiert, diese Summe kam von der Gemeinde Riestedt, aus Fördermitteln vom “Plan Ost” und vom Arbeitsamt Sangerhausen.  Sportbegeisterte aller Altersgruppen aus Riestedt und Umgebung nutzen die sehr guten Bedingungen, denn alles ist da: SportgerĂ€te, GymnastikgerĂ€te, Matten, BĂ€lle, Netze  zum Tennisspielen, eine TribĂŒne fĂŒr die Zuschauer und  Umkleidekabinen mit sehr guten SanitĂ€rtrakten -auch eine  Behindertentoilette fehlt nicht! Die Sportgruppen des Sportvereins "Alemania" Riestedt e. V. wie Fußball, Tischtennis, Tennis, Volleyball und Gymnastik nutzen die Halle schon eifrig und auch die Vereine des Ortes -wie z. Zt. der Riestedter Karnevalsverein- nutzen dieses neue Objekt in Riestedt fĂŒr ihre  Veranstaltungen.

Die Halle, ein Volltreffer!

Alten Flurgrenzen nachgegangen.

 Unsere Altvorderen mussten auf Grund hochherzöglicher, spĂ€ter behördlicher Anweisungen, zum Zwecke der Festlegung von Abgaben (Zehnt, Flursteuer usw.) in bestimmten Zeitabschnitten so genannte Zehnt- bzw. GrenzgĂ€nge durchfĂŒhren. Das war in einer Zeit, als es noch keine MessgerĂ€te und  Flurkarten gab, mit denen man den genauen Verlauf oder die Lage von  FlurstĂŒcken oder Grenzen festhalten bzw. nachvollziehen konnte.

    In dieser Zeit war also  das menschliche Erinnerungsvermögen, gestĂŒtzt von einigen Anhaltspunkten (Grenzsteine etc.), gefragt um solche Aufgaben möglichst genau zu vollziehen. So mussten denn, um das GedĂ€chtnis zu trainieren und wacherhalten alle  Einwohner eines Dorfes, vom Kleinkind bis hin zum Opa, an GrenzgĂ€ngen teilnehmen. Das war teils eine strenge Amtshandlung und teils ein  Volksfest.

       So bewegte sich an solchen Tagen ein bunter Zug mit Schinderassassa und Bumbum durch die Landschaft. Vorn an der  Spitze die Reiter, dann die Polizei und die Soldaten, danach die Honoratioren des Ortes mit  den GĂ€sten und zum Schluss das bunte Dorfvolk mit Kind und  Kegel.

        An besonders markanten Grenzpunkten wurde Halt gemacht und wer von den Jugendlichen nicht aufgepasst hatte, bekam an dieser Stelle eine Ohrfeige, damit er sich den Grenzverlauf gut merke. Abends gab es dann in der Schenke Essen und Freibier, um sich fĂŒr den nĂ€chsten Tag und den Weitergang und Abschluss des Grenzganges zu stĂ€rken.

          Über all das und was sich sonst noch bei den GrenzumzĂŒgen ereignete, wissen wir recht gut bescheid, weil uns alte, schriftliche Aufzeichnungen von GrenzgĂ€ngen  aus den Jahren 1678, 1716 und 1769 erhalten blieben

            Der Riestedter Heimat- und Geschichtsverein hat nun diese Überlieferungen  zum Anlass genommen, um so einen alten Grenzgang, zumindest ein StĂŒckchen davon, einmal selbst nachzugehen. GemĂ€ĂŸ der Volksweisheit – Probieren geht ĂŒber Studieren – marschierten also 23 Riestedter BĂŒrger am 12.10.2003 auf den Spuren ihrer Altvorderen.

Der Vorsitzende des Riestedter Heimat- und Geschichtsvereins,  Herr G. Vogler, begrĂŒĂŸte alle Teilnehmer und erinnerte an die  historische Bedeutung der GrenzgĂ€nge und daran, dass dies nach  derzeitigen Erkenntnissen zum ersten Mal, fast auf den Tag genau, vor 325 Jahren geschah. Die Marschrichtung lautete: Richtung Gonna den „Ravensweg“ aufwĂ€rts......

......erster Halt, auf der Höhe des „Kieskopfes“. Hier gibt der  stellvertretende Vorsitzende, Herr Dr. K. Vinzens, anhand von Flurkarten ErlĂ€uterungen zum Grenzverlauf und zu den geschichtlichen HintergrĂŒnden der GrenzgĂ€nge. Nun  dĂŒrfte sich aber niemand mehr verlaufen auf den Weg zur nĂ€chsten Flurbezeichnung, den „Weinbergen“......

....Weinberge haben es so an sich, das sie leicht bergan gehen, aber alle schafften es. Hier wurde in frĂŒheren Zeiten Wein  angebaut, womit höchstwahrscheinlich auch das damalige, nahe Riestedt gelegene Kloster „Kaltenborn" versorgt wurde. Heute wĂ€chst hier leider kein Wein  mehr....

.....der höchste Punkt am „Gonna ÂŽschen Berg" ist erreicht, die  Flurexperten sind sich trotz Karte anscheinend nicht ganz einig ĂŒber den genauen Grenzverlauf, aber Ohrfeigen wurden deshalb nicht ausgeteilt.  SpĂ€testens hier beginnt die  Hochachtung ĂŒber die GedĂ€chtnisleistungen unserer Vorfahren....

....Exakt der Grenzlinie entlang geht es weiter im GĂ€nsemarsch in  Richtung „WindmĂŒhle“. Bis hierher haben frĂŒher die umliegenden Orte ihr  Getreide zum Mahlen bringen mĂŒssen. Das nĂ€chste Ziel trĂ€gt die  Flurbezeichnung „Das Drehlichen“ und hier erwartete uns eine stĂ€rkendem Überraschung ....

.....der Marketenderwagen war vorgefahren, mit belegten Broten  (hausgeschlachteter Wurst!!!), Kaffee, Tee, Obst etc. Ein großes Dankeschön an die Initiatoren. Alle waren sich einig - im nĂ€chsten Jahr  fĂŒhren wir wieder einen Grenzgang durch -: nicht zuletzt auch deshalb, weil schon der herrliche Anblick  auf unsere nĂ€here Heimat fĂŒr die kleinen Strapazen entschĂ€digte...

Blick nach SĂŒden ĂŒber das Harzvorland

Vom Heimat- und Geschichtsverein Riestedt ist  ĂŒber die historischen GrenzgĂ€nge unter Einbeziehung von Flurkarten und alten Flurnamen eine kleine BroschĂŒre  erarbeitet worden, die kĂ€uflich zu erwerben ist.                   

Riestedt, im Oktober 2003

Der Riestedter Geschichtsverein berichtet

    (Was geschieht gegenwĂ€rtig mit unserem Ort?)

Der Verein fĂŒr Heimat und Geschichte in Riestedt hat in seiner GrĂŒndungssatzung neben der TĂ€tigkeit fĂŒr die Erhaltung geschichtlicher Zeugnisse und DenkmĂ€ler vermerkt, dass er auch Einfluss  nehmen will auf die Entwicklung des Dorfes. Unter diesem Gesichtspunkt halten es die Vereinsmitglieder fĂŒr erforderlich, zur gegenwĂ€rtig sich abzeichnenden Dorfentwicklung aus ihrer Sicht einige Anmerkungen zu machen. Speziell geht es dabei um die geplanten Maßnahmen zur Änderung der bestehenden Verwaltungsstruktur und um die Schließung der Riestedter Schule. Wir sind als Geschichtsverein in der glĂŒcklichen Lage anhand von vielen historischen Dokumenten einen fast  lĂŒckenlosen Nachweis ĂŒber ein gut funktionierendes Riestedter Gemeinwesen aus vergangenen Zeiten zu erbringen. Diese Dokumente lassen uns teilhaben an einer 550 Jahre  alten, ĂŒber unterschiedliche Gesellschaftsordnungen hinweggehende Dorfgeschichte, mit friedlichen  Abschnitten, aber auch mit Notsituationen, wie BrĂ€nde,  PlĂŒnderungen, Naturkatastrophen, Seuchen, Epidemien und Kriege. Immer  wieder treffen wir dabei aber auch auf Menschen, die fĂŒr die Erhaltung  und den Fortbestand des Ortes und seiner  BĂŒrger gekĂ€mpft, gestritten und Opfer gebracht haben. Je mehr wir uns mit diesen Dingen beschĂ€ftigten und je tiefer wir in die Ortsgeschichte eindrangen, um so mehr spĂŒrten wir, welche Rolle dabei  auch die Riestedter Schule gespielt hat. Da findet man in Zeiten grĂ¶ĂŸten Elends und grĂ¶ĂŸter Not  Hinweise, wie rechtschaffene BĂŒrger fĂŒr die Knaben eine neue Schultafel  anschafften und sich bemĂŒhten, dass auch die MĂ€dchen am Schulunterricht  teilnehmen konnten. Da  werden zusĂ€tzliche ein paar Sack Kohlen bereitgestellt, um den  Klassenraum im harten Winter heizen zu können. Da tauchen aus der  Vergangenheit Namen von Pastoren, Kantoren, Lehrern, Schultheißen,  BĂŒrgermeistern und Gemeindevorstehern  auf, die sich sehr um das Gemein- und Schulwesen verdient gemacht haben. Den Chronisten fallen sofort Namen dazu ein, wie, Fasch, StĂŒtzer, Pröller, Selmar, Kohlmann, Födisch um nur einige zu nennen. Aber nicht nur aus lĂ€ngst vergangenen Zeiten gibt es solche Hinweise des Opfersinns und  der SolidaritĂ€t fĂŒr die Schule. Auch aus jĂŒngster Zeit gibt es Dokumente ĂŒber freiwillig geleistete Stunden von Riestedter BĂŒrgern, die am  ersten Schulneubau im Kreis Sangerhausen nach 1945 teilnahmen. Es wĂ€re fĂŒr uns kein Problem  noch weitere Zeugnisse und Belege von der tiefen, geschichtlichen  Verwurzelung der BĂŒrger mit ihrer Gemeinde und insbesondere mit ihrer Schule zu erbringen. VerstĂ€ndlich, dass wir deshalb die Euphorie einiger Verwaltungsleiter und BĂŒrgermeister ĂŒber den beabsichtigten bzw. erfolgten Zusammenschluss von Verwaltungsgemeinschaften nicht teilen und auch die Entscheidung ĂŒber  die Schließung der Riestedter Schule fĂŒr grundsĂ€tzlich falsch halten. Wir sehen in solchen  VorgĂ€ngen nachhaltige, auffallend negative Auswirkungen fĂŒr den Ort,  seine BĂŒrger, besonders der Schulkinder und eine bewusste Missachtung  von geschichtlich gewachsenen Erfahrungen und Bindungen.

Kein Geringerer als der BundesprĂ€sident, Johannes Rau, hat in seiner Neujahrsansprache darauf hingewiesen, dass nicht  alles im Leben, wie in einer Fabrik nach ökonomischen Werten und  Kennziffern gestaltet werden muss,  sondern auch Bereiche existieren sollten, die diesen ZwĂ€ngen  nicht ausgesetzt sind. Wir wĂŒrden gern unsere Gemeinde und Schule dazuzĂ€hlen.

                  Riestedt, im Januar 2004     Winfried MĂŒller

Über eine Reise nach Polen

„Land der dunklen WĂ€lder und kristallÂŽnen Seen,

    Ăœber weite Felder lichte Wunder gehÂŽn“

Von dem Wahrheitsgehalt und der Wirklichkeit dieser etwas weh- und schwermĂŒtig klingenden Zeilen aus der  ersten Strophe des Ostpreußenliedes konnte sich eine Gruppe Riestedter BĂŒrger nun selbst an Ort und Stelle ĂŒberzeugen. In der Zeit vom 12. bis 21. Juli dieses Jahres weilte sie im östlichen Teil Polens,  speziell im Oberland, im Ermland und in den Masuren, wo dieses Lied wohl  seinen Ursprung gehabt haben muss. Die Mehrheit der Teilnehmer unternahm ĂŒbrigens die Reise zum zweiten Mal, was sicher fĂŒr die QualitĂ€t und Anziehungskraft der Tour spricht. Veranstalter der Fahrt war das ReisebĂŒro H. & S. Kluth aus Stadtland (Rodenkirchen), dass seit der Wende Kontakt zu einigen Riestedtern pflegt und welches schon mehrfach Auslandsfahrten mit Riestedter BĂŒrgern durchgefĂŒhrt hat. Offensichtlich hat sich die Firma Kluth  zu einem Spitzenunternehmen, was die Reisen in das östliche Polen betrifft, entwickelt - das diesjĂ€hrige Reiseerlebnis lĂ€sst jedenfalls diesen Schluss zu. Eine gute, sinn- und liebevolle Auswahl der Besichtigungsobjekte, wie die wunderschön wieder hergerichtete Innenstadt von Danzig, die Wallfahrtskirchen in Glotowo und Heiligenlinde, die Fahrt nach Frauenburg ans Haff, zur Wolfsschanze, zur Marienburg, zum Freilichtmuseum  Hohenstein, zu einem masurschen Bauernhof (wo es die berĂŒhmten  Königsberger Klopse gab) und zu einem Reiterhof, wo uns lebenslustige, polnische und ukrainische junge  Menschen mit Musik, Tanz, Essen und Trinken empfingen und verwöhnten und selbst eine Schifffahrt ĂŒber einen Berg war mit vorgesehen und gelang auch, dank uralter ausgeklĂŒgelter Wassertechnik. Hinzu kam, dass auch das Wetter sich unserem Tourenplan optimal anpasste. Hauptsitz fĂŒr die Reisegruppe in dieser Zeit war ein ehemaliges Gutshaus, das zu einem  schönen Hotel umgebaut wurde und heute noch den alten, etwas  eigenartigen aber reizenden Namen „Gartenpungel“ trĂ€gt. Dieser „Gartenpungel“ hat eine Geschichte, die  erwĂ€hnenswert, weil sie sicher auch typisch fĂŒr dieses Land und seine  gegenwĂ€rtige Entwicklung ist. Durch die Kriegsereignisse wurden die ehemaligen Besitzer des Gutes vertrieben und ĂŒbrig geblieben waren von den einstmals schönen GebĂ€uden nur noch Ruinen. Ein deutscher  Unternehmer und sein polnischer Partner ließen dieses Objekt wieder neu entstehen. Aufmerksam  auf das idyllische Objekt gemacht worden sind sie von einem Mann, der der Reisegruppe angehörte und der gewissermaßen als ReisefĂŒhrer  fungierte. Der heute ĂŒber 70 Jahre alte Herr Stuhrmann, ein Original im besten Sinne des Wortes,  verlebte hier seine Jugend, denn der „Gartenpungel“ war  sein Elternhaus. Er war es auch, der uns mit vielen lustigen  Geschichten unterhielt und uns auch mit ernsthaften Hinweisen  die Geschichte und Seele des Ostpreußen bewusst oder unbewusst  nĂ€her brachte. Aber ĂŒber all diesen Dingen standen die einmaligen und  herrlichen Naturerlebnisse, der immer wieder auftauchende, dunkle Mischwald mit jahrhundertealten, hochgewachsenen Eichen, Erlen, Birken, Fichten und Buchen, die mit BĂ€umen eingesĂ€umten Straßen, die Seen, die Pferde auf der Koppel, die bunten Wiesen, die Vogelwelt - 26 Störche auf einen kleinen Acker  konnten wir zĂ€hlen - Tausende von GlĂŒhwĂŒrmchen leuchteten allabendlich auf - einfach einmalig, großartig und sehenswert. Man sagt, selbst die polnischen Nationalfarben „Rot“ , „Weiß“ , „Blau“ seien der Natur entliehen. Rot fĂŒr den Klatschmohn, Weiß fĂŒr die Margeriten und Blau fĂŒr die Kornblume.

Da ja nun Polen auch der EU beigetreten ist, werden sicher auch die nachbarlichen Beziehungen intensiver und wenn man ĂŒber den Nachbar etwas mehr weiß, ist das sicher nicht von  Schaden. Wir sind jedenfalls ĂŒberall freundlich aufgenommen worden und  brauchten, allen Vorurteilen zum Trotz, unsere ZimmertĂŒren nicht zu  verschließen. Summa, Summarum eine  Reise, mit Erlebnissen und Bildern, die noch lange in guter Erinnerung bleiben werden.

Winfried MĂŒller.Riestedt, im Juli 2004

Erneuter Grenzgang in Riestedt

Am 3. Oktober fĂŒhrte der Heimat- und Geschichtsverein von Riestedt bei schönem Herbstwetter seinen zweiten  Grenzgang in der Riestedter Flur durch. Offensichtlich hatte sich das Ereignis rumgesprochen, denn die Mitteldeutsche  Zeitung berichtete in ihrer Ausgabe vom 5. November mit  nachfolgendem Artikel darĂŒber.

GrenzgÀnger in Sachen Grenzverlauf auf Achse

Exkursion: Riestedter Geschichtsverein forscht -Erinnerungen an Sprungschanze

VON STEFFI ROHLAND

Riestedt/MZ. Gerhard Vogler vom Riestedter Heimat- und Geschichtsverein konnte am Sonntagmorgen 20 GrenzgĂ€nger am Ortsausgang in Richtung Annarode begrĂŒĂŸen. „Schon seit geraumer Zeit beschĂ€ftigen sich einige Vereinsmitglieder mit der Erfassung und Erforschung der  Flurnamen", sagt er zur. Einstimmung. „Erste Ergebnisse kann  man im Vereinsheft Nummer acht nachlesen." Aber neben den Archivrecherchen wollen die Vereinsmitglieder auch ganz praktisch den  Grenzverlauf kennen lernen. Deshalb hatten sie, wie im vergangenem Jahr, zur Grenzwanderung eingeladen. Am so genannten „Zehntstein" rollte  Klaus Vinzens eine vorbereitete Karte der Gemarkung von Riestedt aus.  Vereinsmitglied Frank Philippczyck erklĂ€rte den Standort und die Lage der Grenze zum benachbarten Pölsfeld. Dabei wies Philippczyck auf  wiederholt vorgekommene Umbenennungen von Flurteilen hin. So trug die  heutige „Pomplitzenschlucht" im 17.Jahrhundert noch die Bezeichnung „Harandistal". Diese Namenswechsel machen es den Riestedter Heimatforschern nicht leicht. Manchmal kommen nĂ€mlich auch Änderungen  der Nutzungsart des FlurstĂŒckes und der WegefĂŒhrung dazu. Das zog  natĂŒrlich auch eine Verschiebung der Flurnamen mit sich. „Wir werden weiterhin alle Flurnamen sammeln und in Karten dokumentieren", erklĂ€rten Gerhard Vogler und Winfried MĂŒller die weitere Vorgehensweise. Vom  Zehntstein aus ging es zur „Steyer". Hier war frĂŒher ein beliebter  Wintersportplatz fĂŒr die Riestedter. So erinnerte sich Helga Bergmann noch an eine selbst gebaute Sprungschanze in den 50er und 60er Jahren. „Der Schanzenrekord lag immerhin bei 16 Metern", wusste Klaus Vincens zu berichten. Von dort aus fĂŒhrte der Exkursionsweg zur Grenze zwischen  Emseloh und Riestedt. Vorbei am Tellerholz ging es zum alten  Segelfllugplatz. Was sich heute als eine stark verkrautete  SĂŒĂŸkirschenplantage prĂ€sentiert, war bis 1945 ein Segelflugplatz. Gerhard Vogler hatte als SchĂŒler noch geholfen, die Flugzeuge mit  Gummiseilen zu starten. Fleißige Helfer hatten hier inzwischen einen  Imbiss in der freien Natur vorbereitet: Bei den hausgeschlachteten Wurstbemmen oder Fett  mit HarzerkĂ€se und frisch gepflĂŒckten Äpfeln griffen die hungrig gewordenen GrenzgĂ€nger tĂŒchtig zu.

       Bilder vom Grenzgang am 3. Oktober 2004

Der erste Halt findet am “Zehntstein” statt. Eine  Flurbezeichnung, die an die Erhebung des Zehnten im Mittelalter erinnert. Der weitere Grenzgang wird erlĂ€utert.

Trotz Karte und Experten ist es nicht so leicht, den richtigen Grenzverlauf zu finden. Unsere Altvorderen hatten die Flurnamen im Kopf  offensichlich besser gespeichert.

Auf der “Steyer” von hier hat man einen wunderschönen Ausblick auf unseren Ort Riestedt und das Harzvorland

Die “Steyer”- im Hintergrund die Kloppgasse - auf ihr zog  Heinrich V. zur Schlacht gegen die aufstĂ€ndischen FĂŒrsten bei Welfesholz. Er verlor die Schlacht am 11. Februar Anno 1115

Am “Tellerholz” ist die Grenze zum Nachbarort Emseloh erreicht. Unterhalb dieser Stelle liegt der ehemalige Segelflugplatz

Auch ein Höhepunkt beim Grenzgang, die Versorgung mit sogennanten “Bemmen” (belegte Brote mit Hausschlachtewurst). Dem Spender ein  herzliches Dankeschön

Eingliederung

(Riestedt wird Bestandteil der Stadt Sangerhausen)

Am 1. Oktober 2005 wurde die bis dato bestandene Verwaltungsgemeinschaft Sangerhausen aufgelöst. Der Grund fĂŒr diese  Auflösung war die Neueingliederung von ehemals selbststĂ€ndigen 13  Ortschaften und 2 Ortsteilen zur Stadt  Sangerhausen. Ein Monat spĂ€ter, also am 1. Dezember 2005, schloss sich auch die Gemeinde Riestedt der Eingliederung nach Sangerhausen an, obwohl zu diesem Zeitpunkt auch noch die Möglichkeit des Verbleibs in  der im Jahre 2004 gegrĂŒndeten Verwaltungsgemeinschaft „Allstedt – Kaltenborn“  gegeben war. UrsprĂŒnglich war Riestedt Verwaltungszentrum und Sitz der  Verwaltungsgemeinschaft „Kaltenborn“ mit den Orten Riestedt, Blankenheim, Emseloh,  Beyernaumburg, Liedersdorf, Holdenstedt und Sotterhausen. Nach einer Wahlentscheidung hielt offensichtlich die Mehrheit der Riestedter  BĂŒrger den Austritt aus der Verwaltungsgemeinschaft „Allstedt –  Kaltenborn“ und die Eingliederung nach Sangerhausen fĂŒr die bessere Lösung. Sowohl die Kreis- als  auch die Stadtverwaltung hatten diesen Vorgang der Eingliederung stark  forciert, weil durch eine zu geringe Einwohnerzahl der Stadt  Sangerhausen, der Verlust des Kreisstatus gegenĂŒber dem Kreis Eisleben drohte. Sicher ist der Erhalt des Kreisstatus fĂŒr alle Orte des Kreises in vielerlei Hinsicht von Vorteil. Es erhebt sich aber die Frage, ob dieser Vorgang, der fĂŒr die Stadt und den Kreis Sangerhausen sogar  eine existentielle Bedeutung hatte, nicht zu Lasten der beigetretenen Orte geht. Mit Sicherheit besteht die Gefahr, wenn nicht sorgfĂ€ltig mit der Eingliederung umgegangen wird, daß diese  beigetretenen Orte ihre bereits begrenzte SelbstĂ€ndigkeit und geschichtliche IdentitĂ€t verlieren.                              Winfried MĂŒller

Das Riestedter HĂ€user - Bilderbuch

In ihrer Ausgabe vom 7. Dezember 2006 berichtet  die Mitteldeutsche Zeitung ĂŒber eine neue AktivitĂ€t des Riestedter  Heimat- und Geschichtsvereins.

Zusammen mit dem untenstehenden Bild ist dort nachzulesen: “.....der Riestedter Lehrer Rudolph Allmann hat in den Jahren 1964 und  1965 alte HĂ€user in seinem Heimatort fotografiert und dazu  Beschreibungen verfasst. Mit diesen Fotos legten  Reinhold Wagner und Winfried MĂŒller vom ortsansĂ€ssigen  Geschichtsverein den Grundstein fĂŒr ein anspruchsvolles “Bilderbuch” von Riestedt. Darin sind 64 Ansichten abgebildet, jeweils mit einem Foto in  schwarzweiß von 1964 und einem  aktuellen Bild von 2006. Dabei sind auch solche GebĂ€ude mit enthalten, die in den letzten Jahrzehnten abgerissen wurden, so in der Magdeburger Straße, das Schlösschen, das Schulhaus I, in der Pfarrgasse  und Mansfelder Straße. Dem  Ratskeller ist ein Textbeitrag vorangestellt. “Der Ratskeller ist das Ă€lteste und vielleicht auch bedeutendste GebĂ€ude im Ort” , erklĂ€rt Winfried MĂŒller. Ansonsten ist auf AusfĂŒhrungen verzichtet  worden. “Es soll ein Bilderbuch sein, ergĂ€nzt Reinhold Wagner.

Der Riestedter MĂŒllskandal !

MĂŒll-Lieferungen falsch deklariert.

MĂŒllskandal weitet sich aus.

MĂŒllskandal zieht immer grĂ¶ĂŸere Kreise.

MĂŒllskandal wird Thema im Landtag.

FĂ€sser mit Gift in Riestedt vergraben.

MĂŒllberg geht erneut in Flammen auf

usw., usf.

....alles Überschriften zu Artikeln, die im Jahre 2008 in der Mitteldeutschen Zeitung erschienen und in denen ĂŒber Ursachen  und Auswirkungen einer mafiösen Abfallentsorgung berichtet wurde.

Was war in unserem sonst so ruhigen und beschaulichen Ort Riestedt geschehen?

Riesige Flammen loderten am Sonntag den 3. August gegen 3 Uhr in den Nachthimmel. Beißender Rauch lag in der Luft. Überall waren die  blinkenden Blaulichter der heranfahrenden Feuerwehr- und Polizeiautos zu sehen. 120 Feuerwehrleute waren  im Einsatz. Auf dem GelĂ€nde der Recyclingfirma stand der dort illegal abgelagerte riesige Abfallberg in Flammen. Es war bereits das  zweite Mal, dass dieser Dreckberg brannte und die Riestedter Einwohner auf Grund des gewaltigen Ausmaßes  des Brandes in Aufregung und Schrecken versetzte.

Wie konnte es zu dieser enormen Ansammlung von ĂŒber 100 000 t geschĂ€tzten Abfallmaterial und den Großbrand kommen?

Wie vieles im Leben begann auch diesmal alles am Anfang recht  klein. Eine von der zustĂ€ndigen Behörde mangelhaft und unsachgemĂ€ĂŸ  ausgestellte Genehmigung zur Abfallentsorgung bewirkte, dass gerissene  und skrupellose Unternehmer die LĂŒcken in dieser Genehmigung rigoros ausnutzen. Es begann mit  der Anlieferung von Bauschutt und endete mit einem riesenhaft angefahrenen Abfallberg. Allein ĂŒber 100.000 t Plastikabfall soll nach SchĂ€tzungen von Fachleuten in diesen Berg liegen. Die Riestedter BĂŒrger sahen mit großer Sorge das stĂ€ndige Anwachsen des Abfallberges und richteten an die zustĂ€ndigen Behörden entsprechende Bitten und Gesuche – nichts geschah, keine UnterstĂŒtzung, kein Stopp der Anfahrten, einfach nichts. Immer weiter fuhren Transporter aus allen  möglichen Ecken des Landes Abfall an. Dann geschah es, die Natur kam sich selbst zur Hilfe. Wie bei einem Vulkan erhöhte sich durch den  eigenen Druck des Abfallberges die Temperatur im Inneren und die dabei  entstehenden Gase  entzĂŒndeten sich. Es kam zum weithin sichtbaren Ausbruch der  Glutnester und den gewaltigen BrĂ€nden. Nun erst wurden die Behörden aus ihrer Lethargie aufgeschreckt, sicher weil auch in anderen Orten Ă€hnliche ZustĂ€nde herrschten.  Unser Landrat sprach deshalb im Fernsehen von einer MĂŒllmafia. Er ordnete den sofortigen Stopp der Anfuhren und den  Abtransport  des gesamten Abfallberges an, sicher auch, weil es immer wieder zu  BrĂ€nden und zu EinsĂ€tzen der  stark beanspruchten Feuerwehren hĂ€tte kommen können. Über 10 Mill. Euro soll nach SchĂ€tzungen der Abtransport kosten. Nun kann man einmal raten, wer die ganze Schose bezahlen muss, sicher nicht die skrupellosen Unternehmen,  denn bis dato hat man noch nichts von einen Prozess oder Ă€hnlichen gehört.

 

 Winfried  MĂŒller                                                                                          Riestedt, im Dez. 2008

Bagger taucht unter MĂŒllberg der Sortieranlage Riestedt auf

Mitteldeutsche Zeitung vom 12. August 2009

Der MĂŒllskandal auf dem GelĂ€nde der umstrittenen Sortieranlage am Rande der Gemeinde Riestedt hat eine neue Dimension erreicht. Unter den illegal gelagerten AbfĂ€llen haben Arbeiter einer mit der Entsorgung beauftragten Firma einen alten Bagger gefunden und teilweise freigelegt. Damit bestĂ€tigen sich immer  wiederkehrende Spekulationen, wonach neben der Verwertung von  AbfĂ€llen in der Sortieranlage das Areal vor Jahren bereits  unkontrolliert fĂŒr illegale Ablagerungen  genutzt worden sein soll. Augenzeugen hatten vor Monaten bereits berichtet, dass FĂ€sser unter den Bergen von AbfĂ€llen auf dem GelĂ€nde  vergraben worden sein. 

Soweit ein Ausschnitt aus dem Presseartikel zur wilden Deponie in Riestedt

Nun mĂŒsste es ja endlich möglich sein zu ermitteln, wer den  Bagger und die zwischenzeitlich noch aufgefundenen Asbestrohre dort versteckt bzw. verbuddelt hat. Das bedeutet auch, es muss weiter abgefahren und geforscht werden. Die Bevölkerung weiß natĂŒrlich, dass dadurch Steuermittel  verbraten werden mĂŒssen um die SchĂ€den, die skrupellose Unternehmer verursacht haben, wieder zu beseitigen. Es wĂ€re vortrefflich und wĂŒrde  der Volksseele gut tun, wenn  diese Gauner und auch die schlampig gearbeiteten Behörden  diesbezĂŒglich zur Verantwortung gezogen wĂŒrden. Übrigens seien die  “DĂŒfte”, die von dem Abfallberg ausgehen und die die Riestedter und die  Emselöher einatmen  mĂŒssen, fĂŒr die menschliche Gesundheit nicht schĂ€dlich (laut  obigen Presseartikel). Diese “beruhigende” Aussage gab es allerdings schon am Anfang der großen BrĂ€nde, wo eigentlich noch kein Mensch genau  wissen konnte, was alles in dem Dreckberg abgelagert wurde und was da alles verbrannte - aber schĂ€dlich, nein schĂ€dlich waren und sind die Augen reizenden und ĂŒbelriechenden Gase nicht!!!! Die armen Fische im benachbarten Fischteich glaubten offensichtlich dieser Aussage. Sie tranken unvorsichtiger Weise vom Löschwasser und bezahlten diesen schwerwiegenden  Leichtsinn mit ihrem Leben - aber schĂ€dlich, nein schĂ€dlich ist hier nichts.                                                                  

 Winfried  MĂŒller                                                                           Riestedt, im August  2009

Am 23. Februar 2012 erschien in der Mitteldeutschen Zeitung erneut ein Artikel  ĂŒber den MĂŒllskandal in Riestedt.

Seit Jahren grassieren im Ort GerĂŒchte ĂŒber mögliche  und unmögliche  Artikel und Erzeugnisse, die bei der Abtragung der Halde wieder das Licht der Öffentlichkeit erblicken wĂŒrden. Verborgen und verbuddelt unter dem Schuttberg sollen Öl- oder BenzinfĂ€sser, Tanks, GerĂ€te, Maschinen, ansehnliches Baumaterial, wie Teerpappe  usw. liegen. Ein Bagger wurde bereits gesichtet und er scheint solche Spekulationen und GerĂŒchte zu bestĂ€tigen. Nun gab es wieder ein Eklat. OrtsbĂŒrgermeister Schmidt machte richtiger Weise auf eine akut bestehende gesundheitliche GefĂ€hrdung der Bevölkerung durch das  Auffinden von teerhaltiger Dachpappe und vor allem von Asbestmaterial unter der Halde aufmerksam. Was soll damit geschehen? Ein Drittel, des auf etwa 100 000 Tonnen geschĂ€tzten Abfallberges ist fĂŒr 3,5 Millionen Euro vom Landkreis-Mansfeld-SĂŒdharz bis dato abtragen wurden. Die Aktion ist nun, offensichtlich  aus finanziellen, aber auch strittigen ZustĂ€ndigkeiten ins Stocken zu geraten. Es geht wie so oft bei solchen FĂ€llen um die Feststellung, wer  fĂŒr das Dilemma Verantwortung trug und trĂ€gt. Ministerien und Minister werden um Hilfe bemĂŒht, Parteien ins Boot gezogen, Bundes- und Landtagsabgeordnete auf ihre Pflichten aufmerksam gemacht und alles das dauert, dauert und dauert, wobei die akute GefĂ€hrdung fĂŒr die Bevölkerung bestehen bleibt - man kennt ja diese Art der Problembehandlung zur genĂŒge. Fakt ist, es besteht mit steigenden Temperaturen nach wie vor die Möglichkeit, dass es erneut zur SelbstentzĂŒndung der Halde kommen kann. Niemand kann dann sagen, mein Name ist Hase und er habe von dieser gefĂ€hrlichen Situation nichts gewusst. Ob das hiesige Gesundheitsamt bei Kenntnis der vorgefundenen Schadstoffe auch wieder bescheinigen wird:

 

„FĂŒr die Bevölkerung besteht keine GefĂ€hrdung“?

 

Winfried MĂŒller                                                                                               Riestedt, im MĂ€rz 2012

 

Fernhandel in Mitteldeutschland

 

Der Vorsitzende des Riestedter Heimat- und Geschichtsverein, Dr. Klaus Vinzens hat unter diesem Titel im August 2012 fĂŒr geschichtsinteressierte Leser ein interessantes Buch veröffentlicht. Das 185 Seiten umfassende Werk beschĂ€ftigt sich mit der Entstehung des Handels und den Handelsbeziehungen in vorgeschichtlicher Zeit, mit der Entwicklung der MĂ€rkte, den HandelsstĂ€dten und Handelsstraßen, wobei diese Thematik besonders anschaulich und bebildert an den damaligen wichtigen Handelsprodukten Salz, Getreide, Waid und Kupfer dargelegt wird. NaturgemĂ€ĂŸ liegen die örtlichen Schwerpunkte des Buches im mitteldeutschen Raum, wobei aber nicht auf Aussagen ĂŒber Fernbeziehungen verzichtet wurde. Summa, summarum ein Buch, das interessante, umfangreiche und geschichtliche Kenntnisse zum Thema Handel und Fernhandel in Deutschland vermittelt.

Riestedt, im August 2012                                                                

  W. MĂŒller

                          

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                  Am 22. Oktober 2012 erschien in der “Mitteldeutschen Zeitung”                                                  nachfolgender Artikel ĂŒber das Buch