Grube Wohlfart

Grube Wohlfart

Der “Kohlenstreit” von 1799

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts war die Kohleförderung in der Riestedter Flur regellos. Da Braunkohle nach sächsischem Recht kein landesherrliches Bergregal (Eigentum des Fürsten) war, sondern als Zubehör (Accessorium) zum Grund und Boden galt, beanspruchten die Riestedter Bauern das Recht, auf ihren eigenen Äckern Kohle abzubauen. Die Pächter der Sangerhäuser Kupferhütte, die einflussreichen Frankfurter Bankiers Gebrüder Bethmann, versuchten jedoch ab 1799, ein herrschaftliches Monopol auf alle Kohlevorkommen durchzusetzen. Sie trieben Schächte vor – darunter die Grube Wohlfarth – und untergruben eigenmächtig die privaten Äcker der Riestedter Einwohner (wie die Felder von Johann Adam Goldschmidt und Johann Christian Becker), um den Brennstoff für ihre Schmelzhütten abzufahren. Das Gerichtsverfahren das daraus hervorging, gewannen die Riestedter Ackerbesitzer. Der gewerbliche Kohleabbau wurde daraufhin für über zwanzig Jahre eingestellt.